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fondsweb.de - Comgest Growth Europe Opportunities 05.01.21 Meldung

(boerse-online) - Ambitionierte Ziele, passende Ergebnisse - so lässt sich die Anlagestrategie des Comgest Growth Europe Opportunities beschreiben. Die europäischen Qualitätsaktien, in die Fondsmanager Franz Weis investiert, sollen ein jährliches Gewinnwachstum von 15 Prozent bringen - und der Fonds entsprechend zulegen. Bislang mit Erfolg. Von Ronny Kohl, Finanzjournalist

Der Comgest Growth Europe Opportunities verfolgt überaus ambitionierte Ziele: "Über fünf Jahre zielen wir mit unseren Investments auf ein jährliches Gewinnwachstum je Aktie von 15 Prozent ab", erklärt Fondsmanager Franz Weis. "Das heißt, wir investieren auch in Unternehmen in einer jüngeren Wachstumsphase mit gegebenenfalls leichten zyklischen Risiken." Dabei gilt für den Opportunities-Fonds wie für alle übrigen Produkte von Comgest, dass ein Qualitätswachstumsansatz verfolgt wird, was in konzentrierte Portfolios mündet, mit relativ langfristigen Halteperioden, wobei sämtliche Aktien "bottom-up" ausgewählt werden. Beim Comgest Growth Europe Opportunities Fund ist das langfristige Anlageziel - das 15prozentige Gewinnwachstum soll sich im gleichen Maß in der Kursentwicklung niederschlagen - bislang aufgegangen. Auf Sicht der vergangenen zehn Jahre steht ein durchschnittlicher Jahresertrag von 14,73 Prozent zu Buche. In der kürzeren Sicht konnte das ambitionierte Ziel nicht durchgängig erreicht werden, was auch der Chartverlauf spiegelt, der 2018 und auch im Frühjahr 2020 von scharfen Einschnitten gezeichnet war. Doch trotz des Corona-Absturzes steht die 11-Monatsbilanz 2020 bei 22,11 Prozent Plus. Für Börse online ein klarer Note-1-Fonds. "Wir sind keine Sprinter, sondern Marathonläufer", beschreibt Weis das Motto seines Anlageteams. Sofern er für den "All-Cap-Fonds", der in europäische Aktien über die gesamte Bandbreite der Marktkapitalisierungen hinweg investiert, die passenden Titel ausgewählt hat, verbleiben diese in der Regel zwischen drei bis fünf Jahren im Portfolio. Allerdings werden die Titel auch weiterhin überprüft - hinsichtlich Veränderungen in der Bewertung etwa, oder dem Business Case, oder auch darauf hin, ob sich nicht attraktivere Opportunitäten auftun. Anhand dieser Faktoren, wobei auch die Gewinndynamik, das Risiko und die Bewertung der Aktien eine tragende Rolle spielen, entscheidet sich letztlich auch, mit welchem Gewicht die Titel ins Portfolio genommen - oder ob sie nicht eventuell ausgetauscht werden. "Die einzelnen Positionsgrößen bewegen sich zwischen einem und acht Prozent und liegen im Durchschnitt bei rund drei Prozent", präzisiert Weis.

Intensive Aktienselektion

Grundsätzlich steht dem Managementteam ein Aktienuniversum von rund 1700 pan-europäischen Aktien mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Millionen Euro zur Auswahl zu Verfügung. Aus ihnen werden "die Kandidaten für unsere Watchlist" mithilfe quantitativer und qualitativer Kriterien herausgefiltert. "Neben dem EPS-Wachstum (EPS = Gewinn je Aktie), der Kapitalrendite oder den Cash-Flows achten wir besonders auf einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil mit starken Markteintrittsbarrieren für Wettbewerber, die Visibilität der Erträge und auf eine stabile Unternehmensführung", erklärt Weis. Im zweiten Schritt werden die Unternehmen, die es in die Watchlist geschafft haben, einer tiefergehenden Analyse unterzogen, "in der wir unter anderem das Wachstumspotenzial und faire Unternehmenswerte ermitteln", so der Fondsmanager. "Dabei sprechen wir auch mit dem Management, mit Kunden, Zulieferern, Wettbewerbern und Branchenexperten." Das finale Portfolio setzt sich zurzeit aus 37 Aktien zusammen, was zeigt, wie stark die Comgest-Manager selektieren. Unvermeidlich, dass dabei nicht nur einzelne Unternehmen auf der Strecke bleiben, sondern nicht selten ganze Branchen. "Unsere Portfoliounternehmen müssen uns durch unternehmensspezifische Stärken überzeugen", stellt Weis diesbezüglich klar. "Die Abhängigkeit von makroökonomischen Größen, für die wir keine Vorhersagefähigkeit haben, soll so gering wie möglich sein. Aus diesem Grund haben wir noch nie in eine Bank, ein Energie- oder ein Rohstoffunternehmen investiert." Die fünf größten Positionen des Fonds sind zurzeit ASML Holding, GN Store Nord, Teleperformance, Prosus und B&M European Value Retail, wobei die Gewichte zwischen 7,4 und 4,6 Prozent ausmachen. Die von Weis favorisierten Branchen sind Informationstechnologie, Gesundheit, Zyklische Konsumgüter und Industrie, die am stärksten berücksichtigten Herkunftsländer Frankreich, Niederlande, Dänemark, Schweiz und Großbritannien.

Hohe Erwartungen an 2021

Für das Jahr 2021 gibt Manager Weis einen sehr speziellen Ausblick und reflektiert ganz gezielt auf die Unternehmen, die er im Fonds hält. Für die erwartet er "eine kräftige Gewinnerholung von 41 Prozent". Die Corona-Krise habe zum ersten Mal seit Auflage des Fonds im Jahr 2009 zu einem Rückgang des Gewinnwachstums geführt. "Doch wir sind überzeugt davon, dass unsere Unternehmen dies im kommenden Jahr aufgrund ihrer Bottom-up-Stärken kompensieren werden." Einer allgemeinen und weitreichenden Erholung erteilt er indes eine Absage: So werde es auch weiterhin Teile des Marktes geben, die strukturell unter Druck bleiben. "Dazu zählen wir etwa Automobilhersteller oder Banken", so Weis. "Auf der anderen Seite werden Megatrends wie Online, Cloud und Digitalisierung auch in Zukunft stark wachsen." Innovative Unternehmen im Consumer-, Industrials- und Healthcare-Bereich komplettieren das Portfolio.

Diversifikation und eingehende Analyse als Sicherheitsfaktor

Bleibt die Frage nach den Sicherheitsleinen, sofern sich einzelne Unternehmen oder ganze Märkte anders entwickeln als erwartet. Dem setzt Weis die Risikostreuung auf besagte 37 Unternehmen entgegen. Ansonsten baut er auf die sorgfältige Auswahl von Titeln hinsichtlich ihrer Qualität, den starken wirtschaftlichen Burggräben, "sowie dem konstanten Wachstumsmotor, der auch in zyklisch schwierigem Umfeld für den Schutz vor starken Kursverlusten ausreichend" sei. Die im Vergleich niedrigeren Drawdowns und die geringere Volatilität würden bestätigen, dass die Strategie aufgeht. Die Volatilität liege auf Jahressicht bei 20 Prozent unter dem Markt, was schon seit Auflage des Fonds so sei. Marktkorrekturen wiederum habe man schon seit dem Fondsstart im Schnitt um ein Drittel reduzieren können. Auf den expliziten Einsatz von Absicherungsinstrumenten verzichtet er daher. Als das größte Risiko für den Fonds sieht er eine Minderperformance gegenüber der Benchmark an, sofern es zu einer ausgeprägten Rally von Value-Titeln komme.

Technische Daten

Der Comgest Growth Europe Opportunities (IE00B4ZJ4188) wurde am 07.08.2009 aufgelegt und verwaltet ein Vermögen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro (per 30.11.2020). Der Note-1-Fonds wird mit einem maximalen Ausgabeaufschlag von 4,0 Prozent angeboten, die laufenden jährlichen Kosten liegen bei 1,58 Prozent, ein Erfolgshonorar wird nicht erhoben. Die anfallenden ordentlichen Erträge des Fonds werden nicht ausgeschüttet, sondern wieder angelegt (thesauriert).



Quelle:
fondsweb.de